Unsere Art der Kampfkunst, aufgeteilt in folgende 4 Bereiche:

Wie auch im richtigen Leben, in dem es darum geht, die vielen verschieden Schattierungen zu einer einzigen, individuellen und zweckmäßigen Farbe zu kombinieren, ist auch beim Sai-Fon e.V. der Mix aus sinnvollen Techniken, Drills und Bewegungsabläufen gepaart mit den eigenen, individuellen physischen und psychischen Attributen und Gegebenheiten entscheidend für das Vorankommen. Damit diese Gedanken auch verständlich und nachvollziehbar werden, haben wir sie im Folgenden in ein paar Schaubildern übersichtlich zusammengefasst. Gerade für Interessenten, die sich überlegen, beim Sai-Fon e. V. einzusteigen, sollten diese Informationen von größtem Wert sein, zumal sie im Grundsatz die Gedanken und Ideen des legendären und genialen Bruce Lee bei der Konzeptionierung seines Jeet Kune Do beinhalten.

Technicken sind die Basis eines jeden Sportes. Dabei hat jedes System sein eigenes Repertoire. Letztlich kann man mit den Händen nur schlagen und mit den Füßen treten. Im Bereich der Techniken muss es also einerseits darum gehen, ein möglichst umfangreiches Technikrepertoire als Basis zu erlangen, andererseits dieses Repertoire auch in den unterschiedlichsten Situationen und Distanzen abrufen zu können. Daher gilt: Techniken müssen beherrscht werden, ein Erlernen ist dabei zu wenig.

Die 5 Distanzen und ihre Waffen

Klicke auf die Sterne, um die unterschiedlichen Distanzen und ihre Körperwaffen nachzulesen

placeholder
Kick-Distanz
Box-Distanz
Trapping-Distanz
Clinch-Distanz
Boden-Distanz

Die Kick- oder Tritt-Distanz

In dieser langen Distanz kommen folgende Waffen zum Einsatz:

Fußfläche
Fußballen
Ferse
Gesamter Spann
Schienbein

Die Box- oder Punch-Distanz

In dieser mittleren Distanz kommen dieArme/Hände mit folgenden Waffen zum Einsatz:

Finger
Knöchel
Handfläche
Handrücken
Handkanten
Handballen
Unterarme
Oberarme

Die Trapping-Distanz

In dieser Nahkampf-Distanz kommen die kurzen Körperteile zum Einsatz:

Ellenbogen
Knie
Kopf
Schultern
Beine
Hüfte
Sonst: Wie zuvor

Die Clinch-Distanz

In dieser Nahkampf-Distanz wird hauptsächlich geklammert und festgehalten. Die Waffen sind:

Zähne
Kinn
Sonst: Wie zuvor

Die Bodenkampf-Distanz

In dieser Distanz kommen praktisch alle oben genannten körperlichen Waffen zum Einsatz. Der Einsatz richtet sich entsprechend nach dem Platz und der Möglichkeit.

Leitsätze des Jeet Kune Do

Hier die Leitsätze, die Stilunabhängig praktische Anwendung finden

KERNAUSSAGEN

Research your own experience

Setze auf Deine eigenen Erfahrungen

Absorb what is useful

Übernimm, was nützlich ist

Using no way as way
having no limitation as limitation

Lass Dich durch nichts eingrenzen. Das Limit setzt nur du selbst.

.

Reject what is useless

Verwirf, was unnütze ist

Add what is specifically your own

Was für Dich spezifisch ist, füge hinzu

All knowledge ultimately means Self-knowledge.
by Bruce Lee

Drills sind eine sich immer wiederholende Abfolge von Techniken, sozusagen ein “Technik-Loop”. Die unterschiedlichen Drills variieren z. T. stark, z. B. durch Zug und Druck und basierend auf das grundlegende Verständnis von Timing und Rhythmus. Dabei können die Techniken sowohl vorher abgesprochen sein, als auch im Drill selbst improvisiert werden – je nach Wunsch, Gelegenheit und Bedürfnis. Drills bieten insgesamt eine hervorragende und sinnvoleTrainingsmethodik zum Erlernen und Vertiefen individueller Eigenschaften. Da Techniken grundsätzlich dynamisch und nicht statisch trainiert werden, wird von vornherein Bewegung individualisiert.

Der Einsatz von Drills

Die unterscheidlichen Einsatzgebiete und Möglichkeiten von Drills

placeholder
Offensiv
Defensiv
Timing
Reaktion
Fußarbeit
Outfight
Infight
Groundfighting
Stock- und Messer
Empty-Hands
Sensivität
Energie
Taktik
Improvisation
Kinästhetische System

Offensiv

Drills schult den Angreifer

Defensiv

Drills trainieren den Verteidiger

Timing

Konzentration auf den zeitlichen Einsatz der Techniken

Reaktion

Drills trainieren die Reaktionsfähigkeit

Fußarbeit & Mobilität

Drills trainieren Bewegung und verhindern statisches Agieren

Outfight

Drills können in der Outfight-Distanz stattfinden

Infight

Drills können in der Infight-Distanz stattfinden

Outfight

Drills können in der Boden-Distanz stattfinden

Stock- und Messer

Drills können mit unterschiedlichen Waffen durchgeführt werden

Empty-Hands

Drills können mit den körpereigenen Waffen durchgeführt werden

Sensivität

Drills schulen explizit die Sensitivität

Energie

Drills schulen den Energiefluss und die Aufnahme von Energie

Taktik

Drills schulen Taktik und Strategie

Improvisation

Drills schulen das Improvisationstalent

Kinästhetische System

Drills verbessern das kinästhetische System

Die Konsistenz

Aus was sich die unterschiedlichen Drills zusammensetzen

DRILLS

Räumliche Faktoren

Distanzen
Angriffshöhen
Angriffswinkel

Einsatz von Körperwaffen

Kopf, Mund
Schultern
Arme, Hände
Ellbogen
Hüfte
Beine, Knie, Füße

Effektive Bewegungen

Im Stand
Frontal, seitlich
Rückweichend
Über Winkel
Ausweichen
Mit der Energie
Anti-Energie
In Finten
Einzelne Attacken
Kombinationen
Aggressiv, defensiv

Gutes Timing

Schnell
Ansatzlos
Im Angriffstakt
Anti-Angriffstakt
Im Halbtakt (halfbeat)

Einsatz von Energie

Aufnehmen
Abgeben
Anspannung
Entspannung
Technikhärte
Nehmerqualitäten

Kinästhetik

Spannungszustand
Atmungszustand
Raumorientierung
Auffälligkeiten
Lenkungsoptionen
Empfindungen

…forget about winning and losing – forget about pride and pain.
by Bruce Lee

Keine Anwendung von Techniken ohne das tiefe und grundsätzliche Verständnis von Prinzipien. Hierbei finden die “5 Ways Of Attack” aus dem Jeet Kune Do genauso ihre Anwendung, wie z. B. die Prinzipien, unter denen man hebelt, wirft und würgt, oder – übergeordnet – unter denen man überhaupt taktisch und strategisch angreift oder verteidigt. Weiterhin können Prinzipien dabei hilfreich sein, um z. B. Techniken schneller ins Ziel zu bringen, den Rhythmus des Gegners zu stören oder Täuschungen zu perfektionieren.

Die Prinzipien des Trainings

Der Einsatz von Prinzipien macht den Einsatz von Techniken variabel und dynamisch

placeholder
Offensiv
Offensiv
Offensiv
Offensiv
Offensiv
Offensiv
Offensiv
Offensiv
Offensiv

Intercepting

Gegnerische Angriffe bereits in ihrer Entstehung zu unterbrechen bzw. zu stoppen ist die Intention des Intercepting

Take it simple

Die eigenen Bewegungen und/oder Techniken werden so einfach wie möglich gehalten

Direkt und gradlinig

Die eigenen Bewegungen und/oder Techniken werden so direkt und gradlinig wie möglich ausgeführt

Nicht-klassisch

Sämtliche traditionelle Inhalte und Rituale werden auf ein absolutes Minimum reduziert

Longest weapon

Grundsatz in der Anwendung von Techniken ist, die eigene längste Waffe auf das naheliegenste Ziel einzusetzen

No passive move

Die optimale eigene Abwehr ist eine direkte Attacke vor oder in den gegnerischen Angriff

Economy of motion

Jede eigene Aktion (z. B.Schlag oder Schritt) wird mit höchstmöglicher Effizienz ausgeführt

Non-Telegraphic

Die eigenen Angriffstechniken werden ohne vorherige Anzeichen (z. B. Ausholen, Gewichtsverlagerung) ausgeführt

Ständige Modifikation

Die eigene Anwendung von Bewegungen und Techniken werden ständig auf überflüssigen Ballast überprüft.

Der Geltungsbereich

Auf was man die Prinzipien - mehr oder weniger - umsetzen kann

PRINZIPIEN

Die umfassende Trainingsrealität

Viele der Prinzipien lassen sich in den normalen Trainingsalltag integrieren, insbesondere bei der Gestaltung eines non-traditional-Trainings.

In den Trainingsgruppen

Hierbei geht es insbesondere um den Transfer der Inhalte und Hintergründe.

Der einzelne Trainierende

Dieser Punkt muss unterteilt werden: Einerseits geht es um das Individuum selbst, andererseits um die Wechselwirkung zwischen Individuen.

Jegliche Aktionen

Keine Bewegung und keine Technik ohne die Anwendung übergeordneter Prinzipien.

…showing off is the fool’s idea of glory
by Bruce Lee

Eine der wichtigsten Eigenschaften, die sich vor allem durch das Jeet Kune Do hervorhebt, ist die Förderung und Forderung der jeweiligen individuellen Fähig- und Fertigkeiten, die jeder Sportler mit zum Training bringt, um sie dort positiv zu beeinflussen. Der Sport muss sich dem Sportler unterordnen und nicht andersherum. So hat beim Sai-Fon e. V. jedes Mitglied die Möglichkeit, nach seinen eigenen, individuellen Voraussetzungen gefördert zu werden. Grenzen kann von daher nur der Trainierende selbst setzen

Die Individualität

Was unter den individuellen Voraussetzungen verstanden wird

placeholder
Offensiv
Defensiv
Timing
Reaktion
Fußarbeit
Outfight
Infight
Groundfighting
Stock- und Messer
Empty-Hands
Sensivität
Energie

Körperliche Ressourcen

Beispielhaft: Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Geschicklichkeit, Dehnung, Gesundheit

Psychische Ressourcen

Beispielhaft: Stressfähigkeit, Toleranz, Ruhe, Gelassenheit, Ausgeglichenheit, Gesundheit

Intellektuelle Ressourcen

Beispielhaft: Intelligenz, Auffassungsgabe/ -vermögen, Aufmerksamkeit, Konzentrationsvermögen

Motivation

Mit welchem Einsatz, welcher Zielstrebigkeit und welcher Konsequenz ein Training durchgeführt wird

Vorlieben & Neigungen

Wie offen man gegnüber neuen und/oder alternativen Vorgehensweisen bzw. Möglichkeiten ist

Wissen

Wie motiviert, aufgeschlossen und konsequent das eigene Wissen erweitert wird

Perspektiven

Mit welcher Motivation und Konsequenz an der Erschafftung eigener Perspektiven gearbeitet wird

Durchhaltevermögen

Mit welcher Motivation und Konsequenz die eigene Entwicklung gleichbleibend und nachhaltig durchgezogen wird

Konzentration

Wie sehr sich der Übende auf sein Vorankommen fokussiert und Störungen gegenüber ressistent ist

Charakter

Beispielhaft: Offensiv, zurückhaltend, abwartend, freundlich, egoistisch, vorlaut, sensibel

Temperament

Wie sehr der Übende das eigene Temperament unter Kontrolle hat, ohne dabei innerlich zu blockieren

Menschlichkeit

Wie sehr es der Übende schafft, offen und ohne Vorurteile anderen Menschen zu begegnen

Die Bedeutung

In welchen Bereichen die Individualität eine erhebliche Bedeutung hat

INDIVIDUALITÄT

Bei Bewegungen und Techniken

Sämtliche Bewegung unterliegt den jeweils vorhandenen physischen und psychischen Attributen

Direkt im Training

Wie motiviert, intensiv und konsequent ein Training durchgeführt wird.

In der sportlichen Entwicklung

Wie schnell Fortschritte generiert werden und sich daraus eine realistische Perspektive entwickelt.

Im Umgang mit den Anderen

Wie sehr man vom Training mit anderen Personen und deren Individualität profitiert.

Beim Transfer in die Realität

Wie gut der Transfer der Summe des Gelernten aus dem Training in die persönliche Lebensrealität gelingt (z. B. Selbstvertrauen und Selbstbewußtsein).

…no way as way, no limitations as limitation.
by Bruce Lee