In keinen anderen Sportarten sind Rituale selbst in den kleinsten Trainingseinheiten so präsent, wie im Kampfsport. Er steht in geschichtlicher Hinsicht für die Zivilisierung des Kampfes, in geistiger Hinsicht für die Bewahrung von Traditionen und Ritualen, in sportlicher Hinsicht für die Ausbildung von mentalen, physischen und psychischen Eigenschaften und in menschlicher Hinsicht für die Entwicklung, Stabilisierung und Festigung der Persönlichkeit eines jeden Sportlers.

In der Auseinandersetzung mit dem Thema “Rituale” beziehe ich mich auf einige der Rituale im Kampfsport. Da ich nicht auf die gesamte Bandbreite des Kampfsportes eingehen kann, orientiere ich mich exemplarisch an dem deutschen Selbstverteidigungssystem “Ju-Jutus” des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes (DJJV). Dieses System habe ich selbst über 40 Jahren trainiert, war über 35 Jahren als lizenzierter Trainer im Ju-Jutsu tätig und leite seit knapp 20 Jahren eine eigene Kampfkunstschule. Die in dieser Zeit erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen werde ich in den folgenden Abhandlungen als Ressourcen mit einbringen, ohne sie spezifisch zu benennen.

Brennpunkt: Das männliche Geschlecht

Ich hoffe, das sich besonders Trainer und Fachübungsleiter für dieses Thema interessieren, da es mir ein besonderes Bedürfnis ist, gerade Jungen in der heutigen Gesellschaft genauer unter die Lupe zu nehmen, denn sie sind es, die sich insbesondere durch Verhaltensauffälligkeiten, vermindertes Selbstwertgefühl, schlechtere schulische Leistungen und eine Technikaffinität hervortun. Außerdem unterliegen Jungen und Männer – entgegen der öffentlichen Meinung und vielen Medienberichten – nachweislich einem wesentlich höheren Risiko, Opfer einer Gewalttat zu werden. Ich möchte noch darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Ausarbeitung um eine wissenschaftliche Auseinandersetzung im Rahmen meines damaligen Studiums handelt und dementsprechend – wie sämtliche Texte auf diesen Seiten – einem Copyright unterliegt!