Zunächst steht natürlich eine gute Planung. Schon hier neigen die meisten Interessenten dazu, dass erstbeste Angebot zu nehmen, das sie finden. Selbst beim Kauf einer Hose investieren viele mehr Zeit, als bei der Wahl der richtigen Kampfkunst und somit für die persönliche Sicherheit. Im folgenden möchte ich – aus meiner Erfahrung heraus – ein paar nützliche Tipps geben, um Interessenten die Suche nach der richtigen Kampfkunst, dem richtigen Kampfpsort und/oder der richtigen Selbstverteidigung etwas zu erleichtern.

Informationen Sammeln

Zunächst sollten – am besten im Internet – über die vielen Angebote im Bereich der Kampfkunst, des Kampfsportes und der Selbstverteidigung Informationen gesammelt werden. Worin die Unterschiede dieser Überbegriffe liegen, können Sie können im Kampfsport-Kompakt-Blog HIER nachlesen.

In Deutschland kennt man zumeist Judo, Karate, Aikido, Taekwon-Do, Kick-Boxen, Boxen, Ringen und Jiu-Jitsu – also vor allem die japanischen und koreanischen Kampfkünste – mehr oder weniger gut. Du solltest wissen, dass fast jedes Land dieser Erde eigene Kampfkünste entwickelt hat, wie z. B. Savate (Frankreich), Silat (Indonesien, Malaysien), Kali, Escrima und Arnis (Philippinische Inseln), Jun-Fan Gung-Fu und Jeet Kune Do (USA), Ju-Jutsu (Deutschland) und Thaiboxen (Thailand). Nimm Dir daher die Zeit bei der Sichtung der vielen Angebote – je mehr Du darüber weißt, umso besser bist Du informiert und niemand kann Dir künftig etwas vormachen!

Welches Angebot passt zu Dir?

Dann die entscheidende Frage: Was ist Dein Ziel? Welche Inhalte sollte ein Angebot haben, dass für Dich passend ist? Eine kleine Hilfe könnte die Abarbeitung der folgenden Fragen sein:

  • Ist der direkte Kontakt mit einem Partner, also Fassen, Werfen, Würgen, Hebeln und Bodenkampf für Dich okay?
  • Würdest Du gerne auch Kicken und Boxen lernen?
  • Suchst Du einen Kampfsport, also möchtest Du auch an Wettkämpfen teilnehmen oder eher eine Kampfkunst oder eine Selbstverteidigung?
  • Legst Du viel Wert auf das Tragen von weißen Anzügen oder wäre Dir eine normale Trainingskleidung lieber?
  • Legst Du viel Wert auf Gürtelprüfungen oder empfindest Du Prüfungen als nicht so wichtig?
  • Möchtest Du gesund trainieren, achtest Du auf Deine Gesundheit und suchst Du nach einem Training, dass z. B. eine moderne Gymnastik anbietet?
  • Verbindest Du das Training mit Zielen, wie z. B. einer Gewichtsreduktion oder der Erhöhung Deiner Beweglichkeit?
  • Ist es Dir wichtig, dass die Trainer immer auf dem neuesten Stand und pädagogisch geschult sind?
  • Ist Dir die Gruppengröße beim Training wichtig?
  • Ist Dir die Zusammensetzung der Gruppe beim Training wichtig (Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit)?
  • Wie wichtig ist Dir der Ruf einer Schule bzw. eines Vereins?

Hast Du diese grundlegenden Punkte für dich abgeklärt, kannst Du jetzt weiterplanen. Wichtig ist, dass Du Dir wirklich über Deine eigenen Befindlichkeiten und Intentionen (Ziele) – unabhängig von den Angeboten – im Klaren bist!

Welche Schule bzw. welcher Verein würde zu Ihnen passen?

Zuerst ein ganz wichtiger Tipp: niemals nur einem Angebot nachgehen und sich auf dieses stürzen, sondern mindestens drei (besser mehr) erkunden. Damit hast Du direkte Vergleiche und erhöhst Deine Chancen auf ein seriöses und für Dich passendes Angebot. Du stolperst über den Begriff “seriös”? Leider gibt es sehr viele unseriöse Anbieter, die Ihren Kunden nur das Geld aus der Tasche ziehen und sich z.B. mit gekauften oder ergaunerten Doktoren-, Professoren- und Meistertiteln schmücken. Daher ist diesbezüglich schon etwas Vorsicht angesagt, um sich vor derartigen Leuten zu schützen.

Adressen von Vereinen und Schulen sollten nicht aus dem Branchenverzeichnis bezogen werden, denn hier inserieren viele unseriöse Schulen. Sicherlich sind “Suchanfragen” in Foren ebenfalls eine Option. Die jeweiligen Antworten sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da hier – durch die Anonymität bedingt – kaum oder gar nicht zu erkennen ist, mit welchem Background (z. B. Trainingserfahrung, Erfahrung in der Szene) ein bestimmter User antwortet. Häufig werden in Foren auch Klischees bedient, wie z. B. es gebe “die ultimativen Systeme” oder es gebe Systeme, die “leicht zu erlernen” seien. Derartige Klischees und Vorurteile – die in Foren natürlich wesentlich intelligenter und sensibler umschrieben werden – können auch nur entlarvt werden, wenn sich vorher umfassend informiert wurde. Sicherlich gibt es in Foren auch sehr gute und individuelle Antworten. Das Problem ist demnach, die guten und wichtigen Informationen von den weniger guten und unwichtigeren zu unterscheiden. Du siehst: Wissen ist alles – wenn man weiß, auf was zu achten ist, sind Foren natürlich eine gute Quelle – vorausgesetzt, man hält auch die z. T. sehr kontrovers geführten Diskussionen aus und lernt, davon zu profitieren.

Daher ein noch ein letzter Vorschlag: Erkundige Dich bei Deinem Kulturamt bzw. Sportamt oder bei guten Freunden oder Bekannten. Auf jeden Fall aber sollte im Internet gestöbert werden. Wichtig ist: schon hier so viele Informationen wie möglich zu sammeln. Erstelle Dir eine Liste mit den positiven und negativen Punkten der betreffenden Angebote. Überwiegen schon im Vorfeld die negativen Aspekte, streiche die Angebote zwecks Übersichtlichkeit!